Infos & Lösung zur Absicherung bei Krankheit für Tagesmütter/väter

Praxisbeispiel: Tagesmutter Yvonne

Yvonne hat sich als Tagesmutter “Selbstständig” gemacht, ist bei der gesetzlichen Krankenkasse AOK versichert und betreut fünf Kinder.

Die Stadt beziehungsweise der Träger der öffentlichen Jugendhilfe hat in Ihren Bedingungen geregelt, dass Sie insgesamt 7 Tage krankheitsbedingt ausfallen kann, wo eine Fortzahlung Ihrer Bezüge stattfindet.

Bei Beginn der Selbstständigkeit hat Sie sich bei Ihrer AOK als Selbstständige angemeldet, Sie war dort vorher auch versichert.
(bei vielen Selbstständigen ist es leider so, dass Sie “vergessen” bzw. es nicht wissen, dass Sie das Krankengeld für einen zusätzlichen Beitrag von 0,6 % beantragen müssen.)

Yvonne erkrankt (Unfall oder Krankheit ist egal) . Sie fällt länger aus.

Folgender Maße sieht Ihre Rechnung aus:

➕ Sie bekommt nun für 7 Tage Ihre Bezüge von dem Träger weiter. Danach kein weiteres Einkommen, da ein Krankengeld bei der AOK und auch kein privates Krankentagegeld

➖ Beitrag zur Krankenversicherung ca. 400 €
(da kein Krankengeld bei der AOK versichert wurde, muss der Beitrag aus eigener Tasche weiter gezahlt werden.)
➖ Beitrag zur Rentenversicherung ca. 300 €
(wenn Sie hier die Beitragszahlung einstellt, verliert Sie Ansprüche bei Ihrer Rente und Erwerbsunfähigkeit)
➖ Betriebskosten
➖ Lebenshaltungskosten

Unterm Strich bleiben Ihr nur Rücklagen oder die Unterstützung von Familienmitgliedern.

Lösung für Yvonne

Es ist möglich, eine Absicherung über das Einkommen zzgl. der “Nebenkosten” bereits ab dem 15. Tag Ihrer Krankheit aufzubauen.

Diese Absicherung wird in der Regel (bei über 95 % aller Fälle) von den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe bis zu 70 % unterstützt. Dieses ist klar in den “Fakten und Empfehlungen zu den Regelungen in der Kindertagespflege 2021” des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geregelt.

In Ihrem Fall zahlt Sie für die Absicherung Ihres Einkommens knapp 45 € mtl..

Eine private Absicherung hat gegenüber dem gesetzlichen Krankengeld viele Vorteile. Zum einen leistet Sie früher und ist auch in der Höhe und Dauer nicht begrenzt.
Des Weiteren wirken sich deren Einnahmen nicht negativ auf die Steuern aus.

Nun kann es sein, dass ein Gesundheitsbild eine private Absicherung nicht möglich macht. Auch hier haben wir eine Lösung, welche bereits ab dem 22. Tag leistet.

Wichtig falls schon ein Schutz existiert: Der Versicherer muss Karenztage bei Rückfallerkrankung zusammen rechnen und er muss auf sein ordentliches Kündigungsrecht verzichten. Zudem wäre eine Absicherung über dem Nettoeinkommen wünschenswert.

Jede Stadt hat andere Regelungen

Deutschland ist ein Land, wo jeder mitreden will. So ist es auch in Ihrem Bereich.

Es gibt keine einheitlichen Reglungen im Bezug auf den Verdienst, bei den Krankheitstagen oder sogar Urlaubstagen.

Fakt ist, laut dem “Fakten und Empfehlungen zu den Regelungen in der Kindertagespflege 2021” sind Sie einer Angestellten gleichzusetzen.

§14 MBKT Verzicht auf das ordentliche Kündigungsrecht

Unterm Strich wollen die Versicherungsunternehmen an Ihnen Geld verdienen.

Wem dem nicht so wäre, müssten ja die Bedingungen (MBKT) bei allen gleich sein.
Dem ist aber nicht so.

Auf diese Punkte sollten Sie in den Versicherungsbedingungen (MBKT) unbedingt achten:

§14 MBKT Verzicht auf das ordentliche Kündigungsrecht

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Versicherer. Nun haben Sie einen Kunden der einen Schadensfall hat. Sie leisten diesen, wissen aber aus Ihrer Statistiken, dass dieser Kunde in der Zukunft viel Geld kosten wird.

Nun haben Sie eine “Ich komme aus dem Gefängnis frei” Karte. Sie können dem Kunden den Vertrag Ihrerseits kündigenund hätten das schlechte Risiko aus Ihren Zahlen.

Ihre Aktionäre werden Sie lieben, der einzelne Kunden nicht.

Verzichtet das Versicherungsunternehmen nicht auf sein Recht, kann es dazu kommen, dass Sie innerhalb der ersten Jahre (maximal drei) seitens des Versicherers die Kündigung erhalten.

In der Regel wird es dann für Sie schwer, sich bei einem anderen Unternehmen zu versichern.

Es gibt nur eine Handvoll Versicherungsunternehmen, die ohne Bedingungen (z.B. Arbeitgeberzuschuss, weitere Zusatzversicherungen) auf dieses Recht verzichten.

Hierzu zählen unter anderem die Hallesche, Barmenia und BBKK.